Redeflussstörungen

  • Stottern
  • Poltern

Infos und Terminvereinbarung über Frau Susanne Gehrer

Profilbild von  Susanne Gehrer

Susanne Gehrer

Lehrlogopädin

"Ich stotter, 'na und?"

Sicher für die meisten Stotternden eher Wunschdenken als Realität. Denn nicht die sogenannten Primärsymptome wie Blockierungen, Deeeeeehnungen und W-W-W- Wiederholungen im Sprechfluss sind das Unangenehme am Stottern. Das eigentliche Problem ist, wie sich der einzelne Betroffene damit fühlt, wie er sich und seine Sprechweise beurteilt und wie er damit umgeht. Der Wunsch etwas sagen zu wollen und nicht zu können, das Gefühl des eigenen Versagens und negative Umweltreaktionen wie Ablehnung, Spott oder Mitleid, führen bei vielen Stotternden dazu, dass ihr Stottern mit Gefühlen der Peinlichkeit und Angst verbunden ist.

Daraus resultieren häufig sekundäre Symptome, die verbal (z.B. "ähm", "also") und non-verbal (z.B. Mitbewegungen, Verspannungen der Gesichtsmuskulatur) sein können. Diese Sekundärsymptome dienen in der Regel dem Vermeiden und Kaschieren des Stotterns.

Das Vermeideverhalten Betroffener kann so stark ausgesprägt sein, dass das Sprechen ganz vermieden wird bzw. Sprechsituationen nicht mehr aufgesucht werden (z.B. Einkauf aus dem Regal im Supermarkt statt an der Theke, nicht ans Telefon gehen etc.). Wie sich die gesamte Symptomatik bei den Einzelnen stotternden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen darstellt, ist individuell sehr unterschiedlich.

 

Logopädische Stottertherapie

Im Rahmen der Therapie sollen Methoden erlernt werden, die die Stottersymptomatik beeinflussen.  Dies bedeutet, dass die Stärke und das Ausmaß der Symptomatik bis zu einer gewissen, individuellen Grenze verringert oder durch eine veränderte Sprechweise überlagert werden soll. Wichtig ist es, diese Hilfen auch in den Alltag zu übertragen.

Der andere wichtige Bereich ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Stottern und den damit zusammenhängenden Gedanken und Gefühlen. Ziel sollte sein, die mit dem Stottern verbundenen negativen Gedanken und Gefühle zu verändern.

Im Kindesalter liegt ein Schwerpunkt der Therapie darauf, dem negativen Entwicklungsprozess, der häufig mit dem Stottern verbunden ist, entgegenzuwirken. In der Regel gilt (im Kindesalter): je früher die Behandlung einsetzt, desto günstiger ist die Prognose.

 

Stottertherapie an der Akademie für Gesundheitsberufe

Die Therapie findet in der Regel zweimal wöchentlich als Einzeltherapie statt und dauert jeweils 45 Minuten. Neben der Einzeltherapie gibt es auch Angebote für Gruppen, z.B. Jugendlichen-Gruppe, Elternabende etc.

Während der Therapie mit Stotternden werden auch die Bezugspersonen miteinbezogen.

Zuständig für die Therapie ist eine auf Stottertherapie spezialisierte Lehrkraft.

Stimmstörungen

  • Organische Stimmstörungen
  • Funktionelle (malregulative) Stimmstörungen (Sprech- und Singstimme)
  • Stimmfemininisierung bei Trans*identität
  • Laryngektomie

Infos und Terminvereinbarung über Frau Ronja Traschütz

Profilbild von  Ronja Traschütz

Ronja Traschütz

Lehrlogopädin

Bemerken Sie eines der folgenden Anzeichen?

• Ihre Stimme läuft nicht so leicht wie normal?
• Ihre Stimme klingt heiser, rauer als sonst?
• Die Atmung passt nicht zum Sprechen oder Singen?
• Ihre Stimme kann nicht so laut werden, wie Sie es brauchen?
• Sie erleben das Sprechen als anstrengend?
• Sie müssen dauernd räuspern, um Ihre Stimme nutzen zu können?

Solche Beobachtungen und Empfindungen können auf eine Stimmstörung hinweisen, deren Ursachen funktionell oder organisch sein können. Hilfe bietet Ihnen unsere Stimmtherapie, für die Sie ein-bis zweimal pro Woche für 45 Minuten unter kompetenter Anleitung Übungen erlernen.

 

Im Rahmen der Stimmtherapie bieten wir Ihnen: 

  • effektive Stimmübungen für Laien und Profis
  • Stimmübungen für die Sprech- und Singstimme
  • Stimmübungen aus unterschiedlichen Ansätzen
  • Stimmübungen nach dem Funktionalen Ansatz (Lichtenberg®)
  • qualifizierte Anleitung zu neuen Erfahrungen mit der Stimme
  • Erklärungen für viele Ihrer Fragen zum Thema
  • Stimmeunterstützende Übungen zu den Themen Atmung, welche Spannung muss sein, Sprechen Einführung, wie die Stimme funktioniert
  • kompetente Rückmeldung über Stärken und Schwächen Ihrer Stimme
  • individuelle Betreuung
  • Arbeiten auf ihrem Niveau


Ihr Weg zu unserer Stimmtherapie:

Um unsere Stimmtherapie in Anspruch zu nehmen, benötigen Sie eine ärztliche Verordnung. Entweder wenden Sie sich an den HNO-Arzt/Ärztin Ihres Vertrauens oder Sie lassen sich einen Termin in der Stimm-, Sprech- und Sprachabteilung der Universitätsklinik Ulm, Abt. Phoniatrie (Fon: 0731 500-59701) geben. Mit der Verordnung kommen Sie dann zu uns. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie an oder melden sich per Mail:

Wir sind Teil des Ulmer Stimmzentrums

Im Juli 2019 wurde an der Universitätsklinik Ulm ein interdisziplinäres Stimmzentrum gegründet. Die Logopädieschule ist Teil davon. Dadurch können Patient/innen mit verschiedenen Stimmstörungen noch besser betreut werden, beispielsweise mit

  • funktionellen Stimmstörungen
  • Stimmverlust nach Laryngektomie
  • Stimmstörungen nach Operationen am Kehlkopf
  • neurologische Stimmstörungen

 

Noch mehr Infos gibt´s hier:
https://www.uniklinik-ulm.de/hals-nasen-und-ohrenheilkunde/sektion-phoniatrie-und-paedaudiologie/schwerpunkte/stimmstoerungenstimmzentrum-ulm-szu.html

Neurologische Störungen

  • Sprachstörungen (Aphasie, Sprechapraxie)
  • Sprechstörungen (Dysarthrie)
  • Schluckstörungen (Dysphagie)
  • Näseln (Rhinophonie)

Infos und Termine zu Sprachstörungen und Laryngektomie über Frau Constanze Wurm und zu Sprechstörungen, Schluckstörungen und Näseln über Herrn Ulrich Konerding
 

Profilbild von  Constanze Wurm

Constanze Wurm

Lehrlogopädin

Profilbild von  Ulrich Konerding

Ulrich Konerding

Lehrlogopäde

Bei der Aphasie handelt es sich um eine erworbene Sprachstörung, die den Alltag der Betroffenen meist dramatisch verändert und daher logopädisch behandelt werden muss. Sie tritt nach der Schädigung des Gehirns durch einen Unfall (Schädel-Hirn-Trauma) oder eine neurologische Erkrankung (Schlaganfall, Tumor, Entzündung) auf und führt häufig zu Störungen der Sprache, des Sprechens und/oder des Schluckens. 

Aphasien sind Störungen der bereits erworbenen Sprache und führen zu mehr oder weniger starken Beeinträchtigungen der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit, im Sprachverständnis sowie beim Lesen und Schreiben, manchmal auch beim Rechnen. Manche Patient*innen sprechen sehr verlangsamt - nur mit Mühe gelingt es ihnen, die geeigneten Worte zu finden oder korrekte Sätze zu bilden. Andere Patient*innen sprechen hingegen flüssig, verwechseln dabei aber Laute oder Wörter und machen Fehler im Satzbau. Auch kommt es häufig zu Missverständnissen, weil sie den/die Gesprächspartner*in nicht oder falsch verstehen.

Menschen mit Aphasie wissen, was sie sagen wollen. Sie sind jedoch im mühelosen und sicheren Zugriff auf Wörter und grammatisches Wissen eingeschränkt. Daraus resultieren für den einzelnen Patient*innen oft Schwierigkeiten, die sprachlichen Anforderungen im Alltag zu bewältigen. Beispielsweise ist eine Unterhaltung, ein Telefongespräch oder die Zeitungslektüre nicht oder nur noch eingeschränkt möglich. Dies kann zu Rückzug und Isolation führen.

Logopädische Therapie bei Aphasie

Bei Patient*innen mit Aphasie führen wir zunächst eine logopädische Diagnostik durch, in der die verbliebene sprachliche und kommunikative Leistungsfähigkeit erfasst wird. Darauf aufbauend legen wir, in Absprache mit den Betroffenen und den Angehörigen, die individuellen Therapieziele fest und erstellen einen Therapieplan. 

In der logopädischen Therapie setzen wir für jeden Einzelfall spezifische Übungsabläufe ein, durch die die aphasischen Störungen so weit wie möglich verbessert werden. Da bei Aphasie eine sprachliche Rehabilitation im Sinne einer vollständigen Heilung meist nicht möglich ist, müssen die Betroffenen zusätzlich lernen, mit ihren reduzierten sprachlichen und/oder kompensatorischen Ausdrucksmöglichkeiten (z.B. Einsatz gestischer oder graphischer Zeichen) Gesprächssituationen besser zu bewältigen.

Der Erfolg der logopädischen Therapie wird also nicht nur an der Verbesserung linguistischer Fertigkeiten gemessen. Von entscheidender Bedeutung ist die Verbesserung der kommunikativen Kompetenz, die sich positiv auf die allgemeine Lebensqualität der Patient*innen auswirkt.

Dysarthrien sind Sprechstörungen, die im Kindes- und Erwachsenenalter als Folge einer Schädigung des Gehirns auftreten. Zu den möglichen und vielfältigen Ursachen gehören bspw.  Schlaganfälle, Schädelverletzungen nach Unfällen, frühkindliche Hirnschädigungen, Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson oder Multiple Sklerose. 

Diese Form der Sprechstörung äußert sich in einer beeinträchtigten Kontrolle der Bewegungen der Sprechorgane (Atmung, Stimmgebung, Artikulation) und kann unterschiedlich schwer ausgeprägt sein. Das Sprechen ist anstrengend, mühsam, verlangsamt, zu schnell, zu leise oder zu laut. Die Stimme klingt heiser, gepresst oder rau. Die einzelnen Laute klingen verwaschen und unpräzise. Die Betroffenen werden häufig von ihrer Umwelt nur schlecht bzw. nicht verstanden oder ihr Sprechen als besonders auffällig erlebt. 

Nach einer Hirnschädigung ist eine vollständige Wiederherstellung der Funktionen in der Regel nicht erreichbar. Die logopädische Therapie versucht zu Beginn den Umgang mit den Störungen zu verbessern. Das kann z.B. das Erlernen einer Sprechtechnik, die Beratung der Angehörigen oder die Versorgung mit einer elektronischen Kommunikationshilfe bedeuten.

So schnell wie möglich soll der Betroffene sich wieder verständlich mitteilen können. Daneben versucht die Therapie durch eine Stimulations- und Übungsbehandlung die Bewegungsfähigkeiten zu verbessern oder zu stabilisieren. Anhaltende Fortschritte sind aber nur über eine längerfristige Therapie zu erreichen.