Sprachentwicklungsstörung
- Einschränkungen im rezeptiven und expressiven Wortschatz
- Einschränkungen im Sprachverstehen
- Einschränkungen im Bereich Satzbau/Grammatik
- Einschränkungen im Bereich der auditiven Verarbeitung
- bei Mehrsprachigkeit
Infos und Terminvereinbarung über Frau Martina Grancea
Haben Sie Folgendes bei Ihrem Kind beobachtet?
Ihr Kind versteht Sie nicht immer, spricht nur wenig, kann sich nur schwer neue Wörter merken, spricht wenig Sätze oder verdreht diese oder es spricht sehr undeutlich?
Fragen Sie sich, was es bedeutet, dass Ihr Kind nichts vom Kindergarten erzählt, immer und immer wieder die gleichen Fehler macht und Ihre Unterstützung nicht zu einer Verbesserung des Sprechens führt? Sie wollen wissen: Wird mein Kind plötzlich zu sprechen anfangen? Bin ich überängstlich oder soll ich mich mit meinen Sorgen beraten lassen, mir Hilfe holen?
Die richtigen Ansprechpartner*innen für diese Sorgen und Fragen sind neben dem Facharzt/-ärztin auch Logopäd*innen.
Bei einer Sprachentwicklungsstörung können das Ausmaß, die Ausprägung und die Auffälligkeit sehr unterschiedlich sein. Am Anfang der Therapie steht daher eine ausführliche Diagnostik mit deren Hilfe abgeklärt wird, welche der folgenden Themen Bestandteil der Therapie sein müssen:
- Verstehen von Sprache
- Satzbildung
- Erweiterung des Wortschatzes
- Aussprache / Lautbildung
- Redefluss
- Förderung der Voraussetzungen für die Sprachentwicklung
Neuere Forschungsrichtungen und Therapieansätze ermöglichen es, bereits ab einem Alter von 2 bis 2,5 Jahren Entwicklungsblockaden zu erkennen und eine gezielte Förderung zu beginnen. Das Kind lernt im Spiel sein Gegenüber zu verstehen und die Sprache entsprechend seiner Möglichkeiten zu benutzen. Durch einen frühzeitigen Therapiebeginn kann das Ausmaß der Folgeprobleme häufig verringert werden. Der Schwerpunkt der Sprachtherapie liegt allerdings nach wie vor im Vorschulalter ab 3,5 - 4 Jahren.
Die logopädische Therapie stößt zum einen die Sprachentwicklung an, zum anderen ermöglicht sie die Erweiterung und eventuelle Korrektur der eingeschränkten sprachlichen Fähigkeiten des Kindes. Bei jüngeren Kindern steht die Förderung der nötigen Voraussetzungen der Sprachentwicklung im Vordergrund. Neben der Arbeit mit dem Kind erhalten die Eltern gezielte Unterstützung, wie sie die Sprachentwicklung positiv beeinflussen können. Inhalte der logopädischen Therapie im Vorschulalter könnten die Förderung des Sprachverständnisses, der Aufmerksamkeit, des Wortschatzes und der Grammatik oder auch die Behandlung von Lautbildungsfehlern und Sprechunflüssigkeiten sein.
Die Methoden der logopädischen Therapie reichen von gezielter Vermittlung einzelner Aspekte der Sprache bis hin zu eher natürlichen, am Kind orientierten Interventionen (z.B. spielerisches Umgehen mit Sprache oder das Erleben von Sprache im Zusammenhang mit einer kindgerechten Handlung). Die Therapie bei Kindern ist gekennzeichnet durch eine anregende und motivierende Interaktionssituation. Diese bietet dem Kind die Möglichkeit, Sprache zu erleben und sich selbst auf jeder Stufe der Entwicklung mit dem Gegenüber zu unterhalten.
In Absprache mit den Eltern findet die Therapie 1 - 2 x pro Woche als Einzeltherapie statt.
Störungen der Aussprache
- Fehlbildung von Lauten
- Verwechslung/Auslassung von Lauten
- Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)
Infos und Terminvereinbarung über Herrn Stefan Langhorst
Myofunktionelle Störungen
- Pathologische Zungenruhelage
- Pathologisches Schluckmuster
Infos und Terminvereinbarung über Herrn Stefan Langhorst
Redeflussstörungen
- Stottern
- Poltern
Infos und Terminvereinbarung über Frau Susanne Gehrer
"Ich stotter, 'na und?"
Sicher für die meisten Stotternden eher Wunschdenken als Realität. Denn nicht die sogenannten Primärsymptome wie Blockierungen, Deeeeeehnungen und W-W-W- Wiederholungen im Sprechfluss sind das Unangenehme am Stottern. Das eigentliche Problem ist, wie sich der einzelne Betroffene damit fühlt, wie er sich und seine Sprechweise beurteilt und wie er damit umgeht. Der Wunsch etwas sagen zu wollen und nicht zu können, das Gefühl des eigenen Versagens und negative Umweltreaktionen wie Ablehnung, Spott oder Mitleid, führen bei vielen Stotternden dazu, dass ihr Stottern mit Gefühlen der Peinlichkeit und Angst verbunden ist.
Daraus resultieren häufig sekundäre Symptome, die verbal (z.B. "ähm", "also") und non-verbal (z.B. Mitbewegungen, Verspannungen der Gesichtsmuskulatur) sein können. Diese Sekundärsymptome dienen in der Regel dem Vermeiden und Kaschieren des Stotterns.
Das Vermeideverhalten Betroffener kann so stark ausgesprägt sein, dass das Sprechen ganz vermieden wird bzw. Sprechsituationen nicht mehr aufgesucht werden (z.B. Einkauf aus dem Regal im Supermarkt statt an der Theke, nicht ans Telefon gehen etc.). Wie sich die gesamte Symptomatik bei den Einzelnen stotternden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen darstellt, ist individuell sehr unterschiedlich.
Logopädische Stottertherapie
Im Rahmen der Therapie sollen Methoden erlernt werden, die die Stottersymptomatik beeinflussen. Dies bedeutet, dass die Stärke und das Ausmaß der Symptomatik bis zu einer gewissen, individuellen Grenze verringert oder durch eine veränderte Sprechweise überlagert werden soll. Wichtig ist es, diese Hilfen auch in den Alltag zu übertragen.
Der andere wichtige Bereich ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Stottern und den damit zusammenhängenden Gedanken und Gefühlen. Ziel sollte sein, die mit dem Stottern verbundenen negativen Gedanken und Gefühle zu verändern.
Im Kindesalter liegt ein Schwerpunkt der Therapie darauf, dem negativen Entwicklungsprozess, der häufig mit dem Stottern verbunden ist, entgegenzuwirken. In der Regel gilt (im Kindesalter): je früher die Behandlung einsetzt, desto günstiger ist die Prognose.
Stottertherapie an der Akademie für Gesundheitsberufe
Die Therapie findet in der Regel zweimal wöchentlich als Einzeltherapie statt und dauert jeweils 45 Minuten. Neben der Einzeltherapie gibt es auch Angebote für Gruppen, z.B. Jugendlichen-Gruppe, Elternabende etc.
Während der Therapie mit Stotternden werden auch die Bezugspersonen miteinbezogen.
Zuständig für die Therapie ist eine auf Stottertherapie spezialisierte Lehrkraft.
Näseln (Rhinophonie)
- Häufig nach Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
- Fehlbildung von Lauten
Infos und Terminvereinbarung über Herrn Ulrich Konerding
Den veränderten Sprechklang bei einem Schnupfen hat jeder schon einmal bei sich oder anderen wahrgenommen. Das Sprechen klingt insgesamt auffällig dumpf. Die Laute "m", "n" und "ng" können nicht klingen, da die Nasenräume hierbei nicht ausreichend am Klang beteiligt werden können. Meistens sind es organische Ursachen wie zu große Rachenmandeln oder allergische Schleimhautschwellungen, die zu so einem geschlossenen Näseln führen. Die Behandlung solcher Erkrankungen gehört in die Hände des HNO-Arztes. Nur selten ist eine logopädische Übungsbehandlung notwendig.
Das genaue Gegenteil führt zu einem nicht weniger auffälligen Sprechklang. Wenn die Atemluft zum Sprechen der oralen Konsonanten nicht im Mund ankommt, sondern durch die Nase fließt, können diese nicht präzise gebildet werden.
Die Artikulation klingt verwaschen und dumpf. Die Vokale klingen mit zu viel Beteiligung der Nasenräume. Die Ursachen solcher offenen Näselformen können in angeborenen Störungen des Gaumensegels (z.B. eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte), in Lähmungen oder falschem Gebrauch begründet sein. In enger Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten, Phoniatern und Neurologen kann die logopädische Übungstherapie dabei helfen, den Sprechklang zu verbessern.
Weitere Informationen erhalten Sie hier:
Ulrich Konerding (Lehrlogopäde)
Telefon +49 (0)731 500-68250
ulrich.konerding@akademie.uniklinik-ulm.de
Sekretariat der Schule
Telefon +49 (0)731 500-68270



